Kochen Männer einfach besser? – mit Denise Snieguolė Wachter

Shownotes

Nur rund 4 % der prämierten Köch*innen in Deutschland sind Frauen. Felicitas Then beschäftigt diese Zahl auch persönlich.

Sie arbeitet seit vielen, vielen Jahren erfolgreich als Köchin, verdient damit ihren Lebensunterhalt – und wird trotzdem regelmäßig (vor allem von Männern) gefragt: „Hast du das eigentlich gelernt?“ Bei einem Mann würde man diese Frage vermutlich deutlich seltener stellen…

Als Felicitas Then angefangen hat, hätte sie sich ein Netzwerk wie CHEF:IN gewünscht: Frauen, die sich gegenseitig sichtbar machen, unterstützen und sagen: Da ist noch Platz. Für dich genauso wie für mich.

In der neuen Folge BROT & AUSTERN trifft Felicitas Then auf Denise Snieguolė Wachter, Foodjournalistin und Gründerin von CHEF:IN. Warum schaffen es so wenige Frauen an die Spitze der Gastronomie? Werden Geschlechter unterschiedlich bewertet? Welche Rolle spielen dabei Michelin und alte Machtstrukturen?

Ja, es hat sich schon einiges verändert. Aber wenn am Ende trotzdem nur 4 % Frauen ganz oben stehen, sind wir offensichtlich noch lange nicht da, wo wir sein sollten?

Wo gehen die Frauen auf dem Weg nach oben verloren? Und warum kann eine Zwiebel spannender schmecken als ein Kaiser-Granat?

Ab sofort alle zwei Wochen eine neue Folge.

Diese Folge wird präsentiert von Transgourmet.

Transgourmet unterstützt Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung mit einem umfassenden Sortiment, zuverlässiger Belieferung und praxisnahen Lösungen für den Küchenalltag – damit mehr Zeit für das bleibt, was wirklich zählt: gute Küche und zufriedene Gäste. Dazu gehört auch tgPAY, die Kartenzahlungslösung von Transgourmet, die sichere und transparente Zahlungen zu attraktiven Konditionen ermöglicht.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Liegt es denn wirklich daran, dass die Frauen einfach schlechter kochen?

00:00:06: Wir

00:00:06: wissen in diesen Strukturen, in denen wir leben.

00:00:08: In der Gesellschaft, in der wir leben bewerten Männer Männer anders.

00:00:11: Männer werden oft nach Potenzial bewertet, Frauen werden häufig nach Leistung bewertete.

00:00:17: Das ist auch der größte Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Köchen, dass sie es nicht nötig haben diesen Schwanzvergleich zu machen sondern das sie halt einfach mehr vielleicht in sich wohnen und sich überlegen okay wie drehe ich denn diese Zwiebel jetzt einmal so geil auf?

00:00:30: Dass ich mich dafür feiern kann und dass das dann auch bei meinen Gästen

00:00:33: ankommt.

00:00:33: Also ein bisschen smart also.

00:00:34: man macht gar nicht bei diesem Schwanz vergleich mit weil hat man ja nicht braucht man nicht oder man sucht sich einfach was anderes und kocht dann einfach intelligenter.

00:00:41: Warum brauchen wir das?

00:00:42: Warum können wir das nicht machen, wie die Männern das schon seit hunderten von Jahren machen sich einfach verbrüdern, gegenseitig pushen?

00:00:48: Warum fehlt es bei uns Frauen irgendwie

00:00:50: noch?

00:00:51: Na ja schau dir doch die Zahlen an!

00:00:52: Du hast es ja gerade gesagt diese vier Prozent sind dreihundertneunundzig Sterneköche davon sind fünfzehn Frauen.

00:00:58: Und da hat sich halt nichts getan gefühlt in den letzten fünf bis zehn Jahren.

00:01:02: Das ist halt ein Armutszeugnis.

00:01:04: Mich lang war ein fast schon Menüs für Männer.

00:01:07: Also ich habe manchmal das Gefühl, hab' ich schon gesehen und vor allem dieser Kaisergranat.

00:01:11: Den hast du ja querbeet!

00:01:13: Und es ist wirklich so wer hat den dicksten?

00:01:15: Wer hat den

00:01:15: längsten?!

00:01:16: Aber warum machen das dann nicht alle so wenn es doch funktioniert und wenn es gute Beispiele gibt?

00:01:21: Was ist jetzt gerade Schwand in der Food-Welt?

00:01:23: Und was landet als Nächstes auf unseren Tellern?

00:01:26: Ich bin Felicitastin und sage herzlich willkommen zu Brot & Austern!

00:01:30: Diese Folge wird präsentiert vom Transgummi für alle die täglich auf den Tellern abliefern.

00:01:34: Kochen Männer eigentlich besser als Frauen?

00:01:37: Natürlich nicht!

00:01:38: Denn es gibt keine Studie dazu, dass Geschmack, Präzision und Technik zum Beispiel vom Geschlecht abhängig sind.

00:01:44: Aber wie kann es dann sein, das an der deutschen Gastrospitze trotzdem mehr als neunzig Prozent Männer stehen?

00:01:50: Brauchen wir eine

00:01:50: Frauenquote?!

00:01:52: Meine heutige Gäste beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Frauen in der Gastronomie.

00:01:56: Jetzt hat sie das Netzwerk ChefinWatch gegründet – eine Plattform die uns Frauen endlich sichtbarer macht, uns vernetzt und empowert.

00:02:04: Warum das nötig war, kläre ich heute mit ihr.

00:02:06: Herzlich willkommen den nächsten Egolle Wachter!

00:02:08: Tachchen!

00:02:09: Die Fallmitte wunderschönen Namen.

00:02:12: Danke dass ich hier sein darf, freue mich.

00:02:14: Ich habe ja diesen Namen wirklich die ganze Zeit schon geübt und ich finde es total respektlos von mir, dass ich das nicht schaffe den vernünftig auszusprechen.

00:02:21: Aber ist es wirklich schwer?

00:02:22: Erklär kurz wo dieser Name herkommt!

00:02:24: Der Name kommt aus dem Littauschen.

00:02:26: Meine Mama kommt aus Litauen und ich bin geboren im Dezember.

00:02:30: Da fiel kein Schnee außer ich, Snergorle, die Schnieflocke auch wortwörtig übersetzt.

00:02:35: Genau da sind die Hälfte meiner Wurzeln.

00:02:37: Es ist quasi gar nicht der Nachdoppelname, sondern es ist dein zweiter Vorname.

00:02:41: Mein zweiter

00:02:41: Vorname genau!

00:02:42: Und du möchtest aber dass man ihn sagt weil er so schön ist?

00:02:44: Genau und er gehört zu mir.

00:02:47: Erzähl mir wie kommst Du auf?

00:02:48: Chefin Watch was is das?

00:02:50: Ähm,

00:02:50: ich saß bei Alina Meister-Beebrot in Ulm im Restaurant vor zwei Jahren und hab sie interviewt für ein Magazin.

00:02:58: Und war total überwältigt und beeindruckt von ihr.

00:03:01: Sie ist fünfunddreißig, hat zwei Restaurants, macht erst gerade noch einen Hotel parallel auf mit ihrem Mann.

00:03:07: Führt vierzig Mitarbeiterinnen.

00:03:09: Wupp das alles alleine?

00:03:11: Ich dachte mir was für eine krasse Powerfrau!

00:03:14: Sagen wir noch

00:03:14: Powerfraue?!

00:03:15: Ja Scheiße... nein!

00:03:18: Okay, okay.

00:03:19: Cut!

00:03:19: Cut cut!

00:03:20: Für alle zur Erklärung?

00:03:22: Für alle zu der Erklärungen.

00:03:24: Ich bezeichne auch ganz viele Leute als Powerfrau aber es gibt ja auch keine Power-Männer.

00:03:28: Nein,

00:03:28: das ist total Quatsch.

00:03:30: Aber witzig auch wenn wir uns immer so für Frauen im Powern wollen passieren und natürlich solche Fehler noch in der Sprache weil wir einfach seit Jahren so geprägt sind.

00:03:38: Weil wir

00:03:38: so sozialisiert sind und geprägzt sind.

00:03:40: Nein man sagt das natürlich nicht.

00:03:41: bei allen Frauen sind Powerfrauen.

00:03:42: so einmal nochmal zurück.

00:03:43: Aber ich dachte mir was für eine krasse Unternehmerin ne?

00:03:45: Es ist nicht nur die Köchin eine Businesswoman und was die da wuppt.

00:03:50: Und ich bin dann naiverweise überzeugt davon gewesen, ach diese ganzen tollen Frauen müssen doch irgendwo versammelt sein auf einer Website.

00:03:57: und bin dann auf Google Suche gegangen und es gab sie natürlich nicht, Spoiler!

00:04:01: Und habe mir dann gedacht gut, da mache ich die Liste halt selber und so ist die erste Chefin Watch-Liste

00:04:06: entstanden.".

00:04:07: Was bedeutet das?

00:04:08: Also das ist ein Frauennetzwerk... Ich bin ja glücklicherweise irgendwie auch dabei.

00:04:13: Warum gab es das nicht schon vor fünfzehn Jahren als ich angefangen habe?

00:04:17: Ich war eher total erschrocken, dass es das noch gar nicht gab.

00:04:20: Es gibt immer wieder so Frauennetzwerke, Vereine auch oft in anderen Ländern gibt es das Parabäreforum zum Beispiel, dass ja eine große Konferenz mittlerweile auch schon ist.

00:04:33: Als erstes eine Plattform, um Sichtbarkeit zu schaffen für die Frauen in der Gastronomie.

00:04:38: Weil sie die einfach nicht so haben wie ihre männlichen Kollegen aus verschiedenen Gründen über die wir heute auch noch sprechen und erörtern werden.

00:04:44: Und es ist ein Netzwerk, ein Community ... Eine Brand, einen Medium.

00:04:51: Es gibt Magazine dazu.

00:04:53: Da wären jetzt die Geschichten gefüllt von den Frauen.

00:04:56: Wir begleiten das Social Media-mäßig und es ist einfach eine Aufbauphase und wir sind noch ganz jung und frisch dabei.

00:05:02: Aber die Resonanz bei den Frauen, aber auch in der Medienbranche ist sehr groß und wir sehen, dass da einfach nie existiert.

00:05:11: Warum brauchen wir das?

00:05:12: Warum können wir das nicht machen wie die Männern, die schon seit hunderten von Jahren verbrüdern sich gegenseitig pushen?

00:05:18: Warum fehlt es bei uns Frauen irgendwie noch?

00:05:20: Es

00:05:20: ist eine Form von Sozialisierung also ... Den Jungs wird früh beigebracht, dass sie im Rudel zusammen spielen Einfach Bündnisse bilden und bei den Mädels ist es eher so die ruhigen, die spielen dann lieber für sich oder mit den Puppen.

00:05:36: Und das ist ja einfach eine Prägung von Kindheit auf und eine Form von Sozialisierung.

00:05:41: und uns Frauen – ich weiß nicht wie's dir geht aber in den zwanzigern zum Beispiel war es ja noch schon viel Konkurrenzdenken.

00:05:47: auch man hat da irgendeine andere Frau gesehen, die macht das und dass und das ist sehr viel toller.

00:05:51: Man vergleicht sich vielleicht auch viel mehr wo ich die Jungs sehe, die das gefühlt gar nicht so stark machen.

00:05:57: Sondern dann denken sie, cool lass zusammen

00:05:58: abhängen.".

00:06:00: Ich hab das erst in meinen Dreißigern abgelegt und gemerkt, nein Frauen sind total cool.

00:06:05: immer muss ich viel mehr verbünden vernetzend zusammentun?

00:06:07: Ja, ich

00:06:08: habe auch früher damit angegeben.

00:06:10: Ich hab nur Jungsfreunde und Mädels finde ich langweilig oder zickig oder irgendwas.

00:06:15: Und jetzt merke ich einfach dass es totaler Quatsch ist.

00:06:16: mein Freundeskreis hat sich wirklich total gedreht also von ganz vielen Männern zu fast nur noch Mädels.

00:06:25: Das ist total schön und ich nehm da so viel raus aus diesen Freundschaften, wow!

00:06:29: Und auch mit Kolleginnen... Also das war früher anders.

00:06:33: Das musste man aber erst verstehen und da bin ich tatsächlich auch Social Media dankbar für dass sich da viel gelernt habe und lernen darf.

00:06:39: Absolut und die Gastronomen, die wir im Netzwerk haben Die haben selber gesagt, sie wussten gar nicht dass sie überhaupt so einen Raum brauchen wo mal die Mehrheit Frauen sind.

00:06:49: Weil Sie sagen sie sind halt oft auf Veranstaltungen oder Events immer eine von wenigen und es sind halt meistens die Jungs, die Boys oder der Boys Club die da unterwegs sind und die fangen jetzt auch an sich auszutauschen weil wenn sie natürlich miteinander sprechen und sie haben die gleichen Challenges und die gleiche Herausforderung die sie meistern können ist das der Austausch natürlich wahnsinnig viel wert.

00:07:09: Wisst ihr, wenn ich ein Pop-up oder ein Event plane gibt es eine Sache die mir besonders wichtig ist und die ich ganz besonders wertschätze.

00:07:15: Und zwar Planungssicherheit und die zuverlässige Lieferung von Lebensmitteln!

00:07:19: Und genau deswegen liebe Ich Transgummi.

00:07:22: Ein großes Sortiment und alles aus einer Hand Egal ob Bio, Premium oder Preisleistungen.

00:07:27: Du bist in der Gaste oder in der Gemeinschaftsverpflegung unterwegs und bist neugierig geworden?

00:07:30: Kein Problem Alle Infos findest du wie immer unten in den Show notes.

00:07:34: Wir können mal konkret über Zahlen sprechen.

00:07:36: Es ist ja nicht nur ein Gefühl, dass wir benachteiligt werden.

00:07:40: Die Zahlen sprechen auch dafür.

00:07:42: Ich war vor ein paar Wochen bei der Michelin-Sterne-Verleihung und ich fand es alles total schön emotional.

00:07:48: Aber es wurde tatsächlich an diesem Abend nur eine Frau mit einem neuen Stern ausgezeichnet.

00:07:53: Den teilt sie sich auch mit ihrem Kollegen in der Küche?

00:07:55: Ja!

00:07:56: Und den hatte sie auch schonmal.

00:07:57: Also sie war quasi nur einen Jahr durch Umzug ... haben sie ihn kurz verloren gehabt und hat den quasi wieder erkocht.

00:08:04: Also es war quasi so eine safe bet am Ende.

00:08:08: Jetzt fragt man sich natürlich, okay liegt es denn wirklich daran dass die Frauen einfach schlechter kochen?

00:08:13: Natürlich nicht!

00:08:15: Wie kann das sein

00:08:16: was nicht... Deine Idee dazu.

00:08:18: Das sind strukturelle Probleme, also wir leben einfach in einem patriarchalischen System.

00:08:22: Männer bevorzugen eher Männer.

00:08:25: Frauen werden einfach da benachteiligt.

00:08:27: das fängt bei den Strukturen an.

00:08:28: Also schaut man sich den Gied Michelin an und dass ist auch immer wieder eine Kritik die ich äußere.

00:08:34: vor einigen Jahren kursierte mal eine Liste Bei den Sterneköchen mit dem Namen der Inspektoren in Europa.

00:08:41: auf dieser Liste standen etwa siebzig Inspektor drauf für ganz Europa und insgesamt, glaube ich nur vier oder fünf Frauen.

00:08:50: Und in Deutschland gibt es keine einzige Frau die testet, die die Restaurants testen und diese Liste liegt der Süddeutschen Zeitung vor.

00:08:57: deswegen kann ich daraus zitieren.

00:09:00: Da fängt ja eigentlich das Problem an.

00:09:02: wir wissen in diesen Strukturen in denen wir leben, in der Gesellschaft in der wir leben bewerten Männer anders.

00:09:08: Männer werden oft nach Potenzial bewertet.

00:09:11: Frauen werden häufig nach Leistungen bewerteten.

00:09:14: Das heißt wenn nur Männer entscheiden, was hohe Küche ist.

00:09:19: Hochküche ist ne Sterne-Küche isst.

00:09:21: Weil wahrscheinlich viele Frauen einfach unter dem Rad da weg, weil sie vielleicht auch nicht so laut sind wie die ihre männlichen Kollegen.

00:09:26: Weil sie sich mehr konzentrieren auf dem, was auf dem Teller liegt als zu vielen Events zu gehen oder für Social Media zu machen.

00:09:33: Also das ist einfach ein riesengroßes strukturelles Problem.

00:09:36: und natürlich könnte man da ansetzen und sagen bei den Inspektoren könnte es eine Quote geben.

00:09:42: Ich bin großer Fan von Parität, dass man da sagt wir besetzen unsere Inspektoren pari-pari oder zumindest sechzigvierzig.

00:09:49: Das Problem ist aber dann auch noch bei den Inspektern.

00:09:52: die meisten müssen ja an zweihundertfünfzig Tagen oder noch häufiger essen gehen.

00:09:57: das heißt sie brauchen viel Zeit Sie brauchen vielleicht auch Geld weil es jetzt natürlich erstmal auslegen müssen bevor sich zurück kriegen.

00:10:05: und das sind natürlich meistens Männer die vielleicht auch gar keine Kehrarbeit machen oder gar keine Familie im Hintergrund haben.

00:10:11: Ja, also es gibt viele Stellschrauben.

00:10:14: Wie ist denn das Feedback auf dem Netzwerk?

00:10:15: Von Frauen wahrscheinlich sehr positiv... Was sagen die Männer?

00:10:19: Das Feedback ist eigentlich durchweg positiv auch von den Männern.

00:10:24: Die finden das ganz cool und es gibt auch einige im Sternebereich, die das proaktiv unterstützen.

00:10:29: Gleichzeitig würde ich mir dann natürlich noch mehr Shoutouts wünschen, auch von der männlichen Köche.

00:10:37: Also

00:10:37: wer hier zuhört bitte

00:10:39: einmal

00:10:39: unterstützen und hier rein folgen!

00:10:41: Und aber auch von den Frauen, die finden das toll.

00:10:45: Die freuen sich, dass es so was gibt und mehr den Zeitgeist trifft, dass ein bisschen moderner ist, nicht so verstaubt.

00:10:52: Gleichzeitig gibt's natürlich auch die Frauen, sie sagen, warum brauchen wir dann sowas?

00:10:56: Reicht es denn nicht, dass wir einfach gut kochen?

00:10:59: Wieso bräuchte ich jetzt noch mal eine Plattform?

00:11:01: Ich sag immer naja schau dir doch die Zahlen an!

00:11:03: Du hast ja gerade gesagt diese vier Prozent sind drinnen dreihundert neunneinzig Sterneköche davon sind fünfzehn Frauen Und das sind halt vier Prozent.

00:11:09: Da hat sich halt nichts getan gefühlt in den letzten fünf bis zehn Jahren und es ist halt ein Armutszeugnis, wenn man sich das überlegt.

00:11:16: Weil ich

00:11:16: dachte auch also auf Social Media fühlt sich diese zumindest so an, als ob die Awareness besser werden würde.

00:11:21: wir passen unsere Sprache an, wir gendern aber unterm Strich passiert irgendwie offensichtlich doch gar nichts.

00:11:29: Ja, ich mach das dann auch immer traurig.

00:11:32: Und ich denke mir dann immer so, ah, warum mache ich das eigentlich?

00:11:34: Das ist so ein Kampf!

00:11:36: Auch diese Plattform natürlich... Es ist ein absolutes Herzensprojekt aber es ist halt so wichtig und wenn man nicht immer wieder auf diesen Zahlen rumreitet, wenn man das nicht immer adressiert wird sich nichts ändern.

00:11:46: Aber

00:11:46: weißt du was ich ganz schön finde weil Ich trau mich gar nicht auf Social Media mich sehr darüber zu beschweren Weil ich gerne bei dieser Veranstaltung war und weil ich Teil dessen sein möchte und weil wirklich Angst habe da nicht mehr eingeladen zu werden.

00:12:00: Also wenn ich mich darüber beschwere, dass jetzt eben keine Frauen dabei sind.

00:12:03: Dass sich den Michelin irgendwie unterschwellig kritisiere oder die Veranstaltung an sich, obwohl ich es eigentlich so wunderschön emotional finde aber du kritisierst ja auch und warst ja eingeladen?

00:12:11: Ich war auch eingeladet.

00:12:13: Ja!

00:12:15: Es ist nicht mal Kritik, es ist einfach eine Diskussion in die man gehen kann.

00:12:19: also ich biete es hier nochmal dem Giet Michelin an mit mir einen Austausch zu gehen weil Es ist natürlich immer leicht, die Verantwortung von sich abzuwälzen.

00:12:29: Und der deutsche Direktor hat auch gesagt sie wissen um die Diskrepanz aber das ist nicht in ihrer Verantwortung.

00:12:35: Die Inspektoren testen nicht nach Geschlecht quasi Aber die Zahlen sehen ja trotzdem anders aus.

00:12:41: also irgendwo muss man ja an den Stellschrauben schrauben und viele Frauen in der Gastronomie Ich meine Sie sind halt da in der Ausbildung sind fünfzig Prozent Frauen.

00:12:51: Und dann, wenn man sich das dann anschaut wie wenig die Zahlen in der Spitzenküche sind.

00:12:56: Das ist halt einfach ein Sieb!

00:12:58: Ja ich hab manchmal das Gefühl dass man irgendwo auf den Weg verloren geht.

00:13:00: Ich wollte ja auch eigentlich nach dem Abi-Köchen werden.

00:13:02: Ich habe quasi in der Schule schon Praktika gemacht und ich wollte das unbedingt und dann hat meine Mutter aber gesagt Fili macht es lieber nicht.

00:13:09: und dann habe ich noch mehr Praktiker gemacht und wurde teilweise so schlecht behandelt also angegraben und ich weiß noch, dann habe ich in einem Restaurant in Köln Praktikum gemacht.

00:13:18: Und da gab es eine offene Küche und dann dachte ich am Mensch das ist ja besser weil der wird schon nicht so schlimm sein, weil da kann man mich ja nicht anbrüllen, weil die Küche ist ja offen.

00:13:26: aber hinter jeder offenen Küche gibt's natürlich ein geschlossene Küchen.

00:13:29: und da wurde ich dann wieder angebrüllt.

00:13:31: und dann dacht ich mir Ich kann mir das nicht vorstellen!

00:13:33: Ich kann mal nicht vorstellen mein Leben lang irgendwie schlecht behandelt zu werden und damit ich Lehrerin geworden oder zumindest hab ich lahmstündiert.

00:13:40: Ja, ich kann das komplett nachvollziehen dass es halt auch Wenn wir jetzt so viel über Nachwuchsmangel und so weiter sprechen, ich meine die Jenset.

00:13:47: Und die Nächste, die kommen sind halt auch anders sozialisiert.

00:13:50: Die sind ja vielleicht auch lauter.

00:13:52: Die machen mehr Aufmerksam auf Missständen hier haben dann vielleicht gar keinen Bock.

00:13:56: Also ich verstehe es auch wieso sollte man sich anbrüllen lassen an seinem Arbeitsplatz?

00:14:00: Und gleichzeitig gibt's natürlich die guten Beispiele und auch in unserem Netzwerk, die Frauen, die Restaurants führen Die sagen, nee man muss nicht laut sein.

00:14:11: Und das ist eine ganz andere Arbeitskultur und Arbeitsatmosphäre.

00:14:16: Ein Beispiel ist Sarah Heilmann aus Berlin.

00:14:18: Die wollte ich auch gerade sagen!

00:14:19: Ja die ist ganz toll.

00:14:20: Die hat auch ne vier Tagewoche.

00:14:23: Die teilen sich Schichten wenn jemand ... Sie selber Mutter also sie arbeitet quasi mit der Struktur die es gibt und versucht aber neue Strukturen zu bauen, dass das irgendwie für alle sozialverträglich ist.

00:14:35: Sie kümmert sich auch um ihre Mitarbeiterinnen, sie kriegen Zeit in die Rentenkassen ein, für die gibt ihnen noch eine Zahnzusatzversicherung was ja auch nicht selbstverständlich ist und irgendwie nochmal einen Self-Care Gutschein im Jahr und macht ne Reise mit denen.

00:14:50: also sind alles so mini kleine Stellschrauben wie man den Arbeitsumfeld besser machen kann und du bist am Ende auch für deine Angestellten verantwortlich.

00:14:59: Aber warum machen das nicht alle so?

00:15:00: Wenn es doch funktioniert und wenn es gute Beispiele gibt.

00:15:04: Was natürlich anstrengend ist, bestehende Strukturen aufzubrechen und neue Wege zu gehen – man muss ja auch erst mal reflektieren, dass die alten Strukture vielleicht auch einfach nicht mehr funktionieren.

00:15:15: Dass vielleicht nicht mehr up to date ist seine Mitarbeiter in den Anzuschreien der Küche.

00:15:21: oder gewalttätig zu werden, weil ich mir kennen ja Tausend Fälle.

00:15:24: Ja, ich

00:15:24: hab auch mit ganz vielen Köchen schon gesprochen und die haben immer gesagt, das war bei mir auch so eine Ausbildung da wurde ich mit Fischabfällen beschmissen oder ich wurde in die Kühlkammer gesperrt.

00:15:34: Und dann haben die glaube ich gedacht sie müssen das so weiter führen obwohl ich schon glaube dass da eine Änderung stattfindet.

00:15:40: also das ist nicht mehr überall so hart Aber manchmal wird eben doch noch ganz schön laut gebrüllt.

00:15:45: Man muss ja die Arbeit reinstecken, also in sich, man muss erst mal reflektieren und selber bei sich persönlich aufräumen, damit man so was nicht weitergebt.

00:15:54: Wir sprechen von verbaler Gewalt aber auch von körperlicher Gewalt wenn getreten wird unter dem Tisch.

00:16:00: Es gibt viele prominente Beispiele, die zumindest an die Oberfläche kommen, das ist nur die Spitze des Eisbergs.

00:16:06: Das sind bekannte Persönlichkeiten, dass es irgendwann aufliegen muss, wenn genug Leute ... sich zusammen tun und sich trauen, darüber zu sprechen.

00:16:14: Von welchem Beispiel sprichst du?

00:16:16: René Recipit zum Beispiel oder auch Christian Jürgens im Überfahrt oder Konstantin Philippur.

00:16:23: Das waren dann wieder andere Probleme aber das sind ja alles so Fälle.

00:16:26: die kamen wahrscheinlich auch erst zutage weil sie natürlich eine bestimmte Sichtbarkeit haben in den Medien.

00:16:32: Weißt Du was?

00:16:32: da sind wir sofort ins Thema eingegangen.

00:16:33: jetzt habe ich ganz vergessen dass du dir ein Gastgeschenk dabei hast!

00:16:35: Achso ja Wo ich Geschenke

00:16:39: liebe, sehr, habe ich das Geschenk vergessen.

00:16:40: Das gibt es ja nicht!

00:16:41: Ah, Champagner?

00:16:44: Hallo!

00:16:45: Drunter machen wir's nicht.

00:16:46: Möchtest

00:16:46: du mich bestechten?

00:16:48: Und so eine schöne Verpackung, geil!

00:16:49: Champagner und zwar von Pomerie.

00:16:52: und es gibt ne ganz schöne Geschichte dazu... Weil ohne die Frauen, da sind wir wieder beim Thema, gäbe es Champagner heute nicht wie wir ihn trinken.

00:16:59: V.a.

00:17:00: Madame Pomerie war eine absolute Pionierin im Ihrem Segment.

00:17:03: Die hat das Weingut übernommen in... ...Achzehnhundertfünfzig rum von ihrem Mann.

00:17:09: Damals durften Frauen nicht arbeiten erst wenn sie verwirrt wird waren und dann durfte sich das weingut ihres Mannes übernehmen.

00:17:15: Und bis zu dem Zeitpunkt war Champagner süß also wirklich bis zu dreihundert Gramm ähm Dosage, Zucker drin.

00:17:23: Richtig pappsüß und sie war die Erste, die den Brüt erfunden hat.

00:17:27: Und war auch sonst ne Pioniere ... Merci

00:17:28: Madame Pomerie!

00:17:29: Ja, mal merci Madame Pommerie.

00:17:31: War auch sonst sehr bedacht was Gutes für ihre Angestellten zu tun hat.

00:17:35: Auch Renten, Kassen angefangen aufzubauen und Krankenversicherungssysteme aufzubauern.

00:17:40: Sie war die erste überhaupt in Frankreich, die das freiwillig gemacht hat.

00:17:44: Ganz süßer Fun Fact.

00:17:45: an ihrem Geburtstag hat sie den Mitarbeiterin immer freigegeben mit Champagner und Rosen

00:17:50: Wirklich?

00:17:51: Was für eine schöne Geschichte.

00:17:51: Total süß!

00:17:52: Man sieht, dass Frauen auch oft eben so viel Pionierarbeit leisten habe ich das Gefühl und es gibt viele Unternehmerinnen und Selbstständige die vielleicht gar nicht diesen klassischen Weg gehen aber trotzdem erfolgreich werden sich ein bisschen an diesem Patriarchat vorbeischleichen hab' ich das Gefühle.

00:18:10: Ich spreche so ein bisschen aus eigener Erfahrung weil ich ja eben nicht den klassischen weggegangen bin eigentlich schon erfolgreiche Köchin bin, obwohl ich sagen muss, dass ich trotzdem regelmäßig also mindestens zweimal die Woche gefragt werde.

00:18:23: Hast du das denn gelernt?

00:18:24: Wirklich auch vorgestern beim Italiener fragt mich so ein junger Mann, der mir gegenüber sitzt und dann sage ich so Warum fragst du das?

00:18:31: Also weiß ich eigentlich auch nicht!

00:18:32: Und dann sag' ich so Ja, das versteh ich nicht.

00:18:34: Ich verdiene damit schon so lange mein Lebensunterhalt aber ich hab das Gefühl man muss sich immer rechtfertigen.

00:18:40: Ja und beweisen.

00:18:41: Das ist wahrscheinlich genau das, ne Dass man nach Leistungen bewertet wird, da muss ich immer wieder beweisen.

00:18:46: Wir kommen zu unserer ersten Kategorie und zwar dem Schneekochtopf.

00:18:49: Ich geb dir zwei Sachen zur Auswahl, du sagst es eine oder das andere?

00:18:55: Ostern- oder Brot mit Butter?

00:18:57: Brot Mit Butter.

00:18:57: ich bin gegen Ostern allergisch.

00:19:01: Okay!

00:19:02: Du bist entschuldigt Zum Glück nicht gegen ne Podcast.

00:19:05: Was passiert da?

00:19:06: Stimmt Es wird hier so kratzig Und ein bisschen Atemnot.

00:19:12: Nachdem ich letztens diese stimmende Nesselsucht habe, hab' ich für jede Allergie der Welt größtes Verständnis.

00:19:16: Lieber unterschätzt oder überschätzts

00:19:19: Unterschätzt.

00:19:21: Klassiker eigentlich!

00:19:23: Perfektion oder Persönlichkeit?

00:19:24: Persönlichkeit.

00:19:26: Hamburg oder Berlin?

00:19:27: Hamburg, ganz klar

00:19:30: Danke dass du trotzdem nach Berlin kommen wirst.

00:19:32: Sehr gerne

00:19:33: Immer wieder gern zu Besuch.

00:19:35: Butter- oder Olivenöl?

00:19:36: Oliivenöl.

00:19:38: Restaurantkritikerin oder Influencerin?

00:19:40: Restaurantkritikerin.

00:19:43: Stadt oder Land.

00:19:44: Beides Start im Alltagland zum Urlaub machen

00:19:49: Sich anpassen oder anecken

00:19:51: An Ecken.

00:19:53: Lunch oder Dinner?

00:19:55: Ui, Dinner!

00:19:57: Naturwein oder Champagner?

00:19:58: Champagner...

00:20:00: Danke!

00:20:01: Man muss ja zu sagen, dass Denise und ich uns ja auch ein bisschen kennen.

00:20:03: wir haben schon viel zusammen gearbeitet.

00:20:05: zum Beispiel haben wir für Donna Hay dieses tolle Kochbuch-Event gemacht Und du hast ja quasi auch Donna Hay lange begleitet hier in Berlin.

00:20:12: Sie war ja eigentlich schon vor vielen Jahren so eine Pionering auf ihrem Gebiet oder?

00:20:17: Absolut Die war mit Martha Stewart wahrscheinlich Ein paar Jahre später, Martha Stewart hatte schon ihren Erfolg und witzigerweise wurde ja auch ein Praktikum bei ihr angeboten.

00:20:28: In USA hat sich dann aber entschlossen sie will doch ihr eigenes Ding machen in Australien und voller Erfolg.

00:20:33: Und hat sich da aber auch durchkämpfen müssen.

00:20:35: also sie sagt auch na früher war das natürlich auch nicht selbstverständlich dass er eine Frau Business machen will und die eigene Magazin rausbringen will.

00:20:42: aber sie ist sehr erfolgreich damit geworden mit ihren tollen Kochbüchern und es sieht alles sehr effortless aus was es aber nicht ist.

00:20:49: Sehr inspirierende Frau.

00:20:51: Du hast dir in den Kopf gesetzt quasi einen eigenen Award zu erschaffen.

00:20:58: Erzähl mir davon!

00:21:00: Also es ist so ein bisschen die Weiterentwicklung von der Plattform.

00:21:03: Und Awards funktionieren natürlich wahnsinnig gut für die Sichtbarkeit, also wenn sich dann jemand später Köchin des Jahres oder Bucky Perrin das Jahres nennen kann, ist das natürlich ein super Label.

00:21:12: Klar, es ist auf der einen Seite auch plakativ weil's gefühlt alle machen aber wir versuchen damit einfach Sichtbarkeiten noch mehr zu schaffen als sowohl in den Medien als auch innerhalb der Branche und einfach diese tollen Frauen zu feiern.

00:21:28: werden sie sonst gefeiert.

00:21:30: Wir haben auch die Kategorie Bar, die Barkeeperinnen und diese sind total happy dass auch die female bartenders die Aufmerksamkeiten, die Sichtbarkeit bekommen weil sie halt oft sehr unsichtbar sind in dieser Branche.

00:21:44: dabei gibt es wahnsinnig viele bartenders ja in Deutschland.

00:21:49: Erziehen wir mal von diesem Award.

00:21:50: wie heißt der?

00:21:50: wann ist er?

00:21:52: kann ich mitmachen?

00:21:53: Du kannst mit machen.

00:21:57: Die Chefin Awards finden am vierzehnten September in Hamburg statt im Food Lab und es wird einen Gala-Dinner geben.

00:22:04: Es ist ein nur für geladene Gäste.

00:22:07: bislang, das ist die erste Show, die wir machen.

00:22:11: Wir haben die Chefinen eingeladen und unsere Partner und die Presse natürlich und verleihen sieben Awards.

00:22:18: Jeder Award wird von einer Laudatorin gehalten und dann verliehen.

00:22:24: Da spielst du vielleicht auch eine Rolle, Feli?

00:22:26: Da hast du schon verraten, ich darf als Laboratorin für die Bar-Kieperin zuständig sein.

00:22:32: Genau!

00:22:33: Geil, gar nicht sehr.

00:22:34: Ich freu mich schon drauf.

00:22:35: Muss ich überall mal probieren?

00:22:36: Wir

00:22:37: sind sehr spannende Frauen dabei und danach feiern wir einfach.

00:22:42: Also wir machen uns einfach einen guten Abend und schauen was sich daraus dann weiterbildet.

00:22:47: Kann man mit so einem Netzwerk Geld verdienen?

00:22:48: also ist das dein Hauptberuf?

00:22:50: Das ist nicht mein Hauptberof, dass es ein absolutes Passion Project.

00:22:54: Tolle Partner an Bord, die uns supporten mit denen wir viel Content machen auf Social Media und auch im Magazin.

00:23:02: Aber man kann davon noch nicht leben.

00:23:04: aber who knows?

00:23:05: Wir haben ein Magazin gelouncht am April in Online-Magazin Und wenn alles gut läuft wird es auch einen Print Produkt nächstes Jahr geben.

00:23:13: Es ist eine sehr frische junge Plattform.

00:23:17: Also wir greifen gerne nach den Sternen und schauen, wie es weitergeht.

00:23:20: Aber mein Hauptberuf ist eigentlich Kommunikationsberatung und PR für Gastronominien und für Food Brands und auch kulinarische Destination.

00:23:30: Du warst ja jahrelang Journalistin ne?

00:23:32: Und hast du quasi diese Gastroszene einfach immer angeguckt und hast du irgendwann festgestellt ... Ich muss mich selbstständig machen und ich muss was verändern.

00:23:39: oder wie war dieser Werdegang?

00:23:41: Ich habe zwölf Jahre beim Stern als Foodjournalistin gearbeitet.

00:23:44: Und war quasi für alle Themen rund um Genusskulinarik zuständig, sowohl im Digitale als auch im Printbereich.

00:23:51: Ich habe immer wahnsinnig viel berichtet eben auch über die Missstände auch immer wieder mit dem weiblichen Fokus in der weiblichem Perspektive und dachte dann irgendwann ja das ist halt nicht reicht nur darüber zu schreiben sondern dass man auch gestalten muss und verändern ... muss, damit es eben weitergeht.

00:24:10: Ja ich hab' ein Artikel von dir gelesen, von im Jahr zwei Tausend Achtzehn und da hast du eigentlich schon all diese Punkte genannt die du heute schon genannt hast.

00:24:17: Gibt's auch irgendwas Positives?

00:24:18: Also hast du das Gefühl dass sie sich irgendwie dreht, irgendwie weite also dass sich irgendwie verändert?

00:24:23: Also ich glaube der Austausch mit den Frauen, dass wir jetzt hier sitzen und einfach über diese Themen sprechen können... Das ist schon wahnsinnig viel wert!

00:24:32: Dass Chefin so bisschen auch zu einer Instanz wird dass andere mir Missstände melden, sei es irgendwelche Veranstaltungen.

00:24:41: Es ist wieder keine Frau gebucht sondern sind nur Männer.

00:24:44: also das glaube ich diese Awareness bei den Menschen zumindest in meiner Bubble.

00:24:51: Das ist ja auch eine aufgeklärte Bubble dass die Leute es mehr merken.

00:24:57: Auch die Frauen, also die Gastronomenen spiegeln mir auch, sei es Chefin gibt schau ich da noch mal viel mehr drauf und... Ich kann ja gar nicht mehr hin gucken ne?

00:25:05: Also das wird einen sehr viel bewussternd was natürlich etwas sehr Gutes und Positives ist.

00:25:10: Also glaubst du wir brauchen vielleicht auch in der Küche eine Frauenquote?

00:25:13: Könnte das helfen?

00:25:14: Brauchen wird es?

00:25:16: Nein!

00:25:17: Wir brauchen Strukturen die einfach... zumindest eine Annäherung an die Gleichberechtigung schaffen.

00:25:25: Also, dass halt ein Küchen zumindest Fifty-Fifty besetzt sind und das dann gar nicht dazu kommt zu übergriffen körperlicher oder verbaler Form weil das Klima ja ganz anders ist wenn Frauen und Männer sich mischen.

00:25:37: Und dass man versucht Strukturen eben so anzupassen, wenn du ne Köchin hast, die eine Familienplanung im Sinn macht... wird schwanger, wenn sie zurückkommen möchte relativ schnell.

00:25:49: Dass man versucht auch ihr den Raum zu geben dafür und sagt so okay jetzt wird es ein paar Jahre schwieriger aber wir kriegen das gemeinsam hin der machst du dann die Tagschicht oder du machst nur zwei Abende die Woche ist ja alles möglich.

00:26:03: Aber dazu muss man halt ... Ja man muss sich halt

00:26:07: anstrengen.

00:26:09: Ganz ehrlich wer zahlt denn heute eigentlich noch mit Bargeld?

00:26:12: Also ich sicherlich nicht.

00:26:13: Ich habe wirklich immer nur das Handy dabei, Döner oder Sterne essen, Handy auflegen – fertig!

00:26:19: Weil es

00:26:20: einfach unkropeziert ist und schnell geht.

00:26:22: Was man da bei manchmal vergisst?

00:26:24: Es kostet die Menschen in der Gastronomie ganz schön viele Gebühren.

00:26:27: Transaktionskosten, dass Terminal kostet gilt….

00:26:30: Und am Ende des Monats hat man als Gastronomen einen riesigen Kostenpunkt, der vermieden werden kann.

00:26:35: Und genau dafür haben Transgummi und Vorall Payment TG-Pay entwickelt Transparent, unkompliziert und mit niedrigen Terminalkosten.

00:26:44: Na neugierig geworden?

00:26:45: Wenn ihr wissen wollt wie viele mit TGP sparen könnt alle Infos wie immer unten in den Schaunaus.

00:26:50: Glaubst du denn das es noch viele Übergriffe gibt?

00:26:54: also sexuelle Belästigung?

00:26:55: ist es noch ein großes Thema?

00:26:57: Also ich höre immer wieder von links und rechts dass sowas nach wie vor passiert und also sowohl das geschrien wird als auch beschimpft und das halt... Ich habe viele Interviews geführt zu dem Thema.

00:27:10: Da sind wir schon immer noch Zitate im Ohr, die hießen wie eine Arsch.

00:27:14: Eine Hand hat es da irgendwie immer auf dem Arsch und das halt diese Körperlichkeit auch so selbstverständlich ist plus natürlich alles... Das war

00:27:22: schon immer so gemacht?

00:27:24: Genau, hat man schon immerso gemacht.

00:27:25: Plus dass Verbaler, dass Männer dann über irgendwelche Liebschaften sprechen und das ist ja auch ne Form von verbaler Geweiht wenn du dir immer wieder anhören musst, wie irgendjemand flachgelegt hat Vorabend auch super unangenehm dazu zu hören.

00:27:43: Plus natürlich dieses unterschätzt werden.

00:27:46: Frauen können ja gar keine schweren Töpfe tragen und so was, ab einem bestimmten Kilo zahl sollten auch Männer nicht alleine irgendwelche schweren töpfen tragen da.

00:27:53: aber das ist natürlich totaler Bullshit.

00:27:55: und Clara Hunger hatte dann eine gute Antwort drauf.

00:27:59: Ihr wurde das nämlich immer wieder gesagt, du kleine und kannst auch gar nicht die Töpfe tragen.

00:28:03: Und sie hat sich dann fünf Kilo Handeln gekauft und hat dann jeden Tag trainiert bis ihr halt einfach solche Muckis hatte dass ihr da niemand mehr was vormachen konnte

00:28:14: Wo das ja eigentlich auch kein Problem sein sollte, wenn der körperliche Nachteil, den wir ja manchmal haben.

00:28:20: Das ist ja kein Problem.

00:28:20: also man hilft sich trotzdem aus und es gibt hier wirklich schwache Männer und da würde man... Also weißt du?

00:28:25: Man kann ja einfach gemeinsam in einen Topf tragen.

00:28:27: Wieso muss das so ein Ego-Show sein?

00:28:30: Wenn du sagst in Interviews hast du das oft gehört aber ist es nicht auch manchmal so dass die Frauen sich gar nicht trauen oder sie dann sagen ah nee vielleicht doch nicht den Namen nennen oder doch nicht irgendwie öffentlich werden?

00:28:38: Ja!

00:28:39: Wir sehen das ja auch gerade an.

00:28:41: Colin Fernandes ist immer ein gutes Beispiel.

00:28:43: Wie viel Gegenwind die kriegt dafür, was ihr angetan wurde und diese Opfer-Täterumkehr?

00:28:48: Dass man dann vielleicht Angst hat, wenn irgendwas passiert in der Öffentlichkeit, wenn man darüber spricht, dass man vielleicht nicht mehr gebucht wird oder nicht mehr die Jobs kriegt oder man als schwierig gilt.

00:29:00: Was soll ich dazu sagen?

00:29:01: Ich kann mich an einen Shooting erinnern.

00:29:04: Das schon so lange hätte es mir jetzt Trauer darüber zu sprechen.

00:29:08: Da war ich mit einem Mann gebucht und wir waren hinter dem Kochtresen.

00:29:12: Und dann hat das Kamerateam gesagt, okay jetzt machen wir zwanzig Minuten Pause... ...und dann habe ich so den Koch angeschaut und meinte so, ey was wollen wir machen?

00:29:19: Und er hat so hinter dem kochtresent diese Bewegung gemacht so hoch und runter aber es hat niemand gesehen.

00:29:24: weißt du des Team da ich hier und danach nach zwanziehn Minuten wieder hey jetzt kochen mal wieder lecker lecker zusammen und so.

00:29:29: Ich hätte mich nie getraut darüber zu sprechen.

00:29:32: Ich dachte man muss so.

00:29:33: ich dachte ist ok.

00:29:33: und was du sagst sonst wird man eben nicht mehr gebucht.

00:29:37: Und ich bin auch immer noch nicht selbstbewusst genug.

00:29:39: Und bereust du, dass du damals nichts gesagt hast?

00:29:42: Also du hattest ihn ja quasi vor Ort einfach...

00:29:44: Nein das ist einfach geleugnet und am Ende wäre ich nicht mehr gebucht worden.

00:29:48: Ich glaube dafür musst du noch ein bisschen mehr Arbeit leisten lassen.

00:29:53: Dass

00:29:53: man nicht sofort erst schwierig und kompliziert gilt.

00:29:56: Mann!

00:29:57: So ein schweres Thema eigentlich.

00:29:58: Vielleicht lockern wir uns das Ganze nochmal ein bisschen auf Und zwar, wir kommen zu auf die Karte oder in die Tonne.

00:30:04: Ich geb dir zwei Sachen zur Auswahl.

00:30:05: du sagst auf die karte und dann darfst auch gerne noch ein bisschen erläutern darum.

00:30:12: Die Frauennetzwerke ohne Männer im Publikum?

00:30:15: Auf die Karten.

00:30:17: aber es dürfen auch mal Abende sein mit Männern und bei Chefin sagen wir auch wir schließen Männer nicht aus Wir haben ja auch eine Jury unsere Männern auf unseren Veranstaltungen.

00:30:27: Aber dass der Bärenanteil immer bei den Frauen liegt

00:30:31: Vier Tage Woche.

00:30:32: Auf die Karte.

00:30:33: Streckte vierzig Stunden-Deckelung in der Spitzengastronomie?

00:30:37: Ich spreche ja als Außenseiterin oder mit einer Außenperspektive, deswegen kann ich das gar nicht sagen.

00:30:44: da würde ich passen und die Gastronomen dann fragen was sie davon halten.

00:30:48: Ist es auch manchmal, was dir quasi entgegenbracht wird so hey du kochst gar nicht.

00:30:52: Du bist ja gar nicht in der Küche.

00:30:53: Du weißt das eigentlich gar nicht alles oder hast du das Gefühl dass sie schon genug eingelesen und kannst dich damit irgendwie identifizieren?

00:30:58: Also

00:30:58: ich spreche halt ganz viel.

00:30:59: Ich krieg auch manchmal Anrufe von Gastronomen die dann irgendwelche Punkte haben und vielleicht auch Chefin mehr verstehen wollen und ich bin da eigentlich sehr positiv.

00:31:10: also ich liebe das eher diese konstruktive Kritik und höre mir das dann auch an und ich frage sehr viel und schaue mir viel an.

00:31:17: deswegen.

00:31:18: Also natürlich weiß ich nicht, wie es ist in so einem Betrieb zu stehen und mal wirklich da durchzuarbeiten.

00:31:23: Da habe ich auch nochmal zwei Tagespraktiker gemacht aber ich lerne jeden Tag dazu.

00:31:28: Restaurant-Merch?

00:31:30: Auf die Karte finde ich cool!

00:31:32: Ihr habt ja auch relativ viel Merch ne?

00:31:33: Ja sehr viel Merche das hätte ich dir mal mitbringen sollen.

00:31:36: Wir haben richtig coole Socken und Caps und Tees und ein Beutel.

00:31:41: Vielleicht das nächste Mal.

00:31:42: Nächste

00:31:42: Mal.

00:31:44: Innerein

00:31:45: Auf die Karte, aber ich tue mir auch schwer damit.

00:31:50: Pflichttag im Service?

00:31:51: Jedes Küchenmitglied muss einmal im Monat einen Abend lang auch bedienen!

00:31:54: Ja auf die Karten finde ich gut.

00:31:56: Was glaubst du könnte das verändern?

00:31:57: in die Perspektive?

00:31:58: Ja

00:31:59: Perspektivwechsel ist ja immer gut.

00:32:00: also wahrscheinlich sollten alle mal rotieren auf ihren Positionen

00:32:04: Offener Gehälter im Restaurant Alltag... Auf

00:32:06: die karte

00:32:08: Würdest Du sagen was Du verdienst?

00:32:09: Ja es ist schwierig bei mir zu sagen aber ich kann dir sagen was ich beim in meiner journalistischen Karriere verdient habe.

00:32:16: Na los, erzähle!

00:32:17: Teilzeit dreißig Stunden.

00:32:19: ich glaube es waren zwei drei Netto.

00:32:22: In Deutschland spricht man nicht gerne über Geld und ich hab das Gefühl hier mehr Geld man verdient desto weniger gern spricht man darüber?

00:32:29: Ja ich glaub auch dass was deutsches ist.

00:32:31: Ich meine guck in die skandinavische Länder dann kannst du von jedem die Gehälter einsehen.

00:32:36: In Norwegen zum Beispiel.

00:32:38: Auch von frei arbeiten den Personen?

00:32:40: Das war die Frage.

00:32:42: Ja, das variiert ja auch.

00:32:43: Es kommt auf die Kunden drauf an.

00:32:45: Kann man dann immer nur so einen Durchschnitt angeben?

00:32:47: Wo es natürlich schon gut wäre... Manchmal tausche ich mich mit meinen Kollegen aus und fragen wir mal bei WhatsApp, was hast du da genommen?

00:32:55: oder so, damit man sich nicht von den Kundinnen unterbieten lässt.

00:32:58: Dann kann man einfach sagen, nee, da habe ich auch Nein gesagt, damit mein Grenzen setzt.

00:33:03: Genau!

00:33:04: Das mache ich aber ganz viel.

00:33:05: Mich immer austauschen zu.

00:33:06: Wieviel kann man aufrufen für dem Bereich oder dem Part Auch bei Verträgen, sein Kochbuchverträge.

00:33:13: Da gibt es ja auch solche Varianten und das finde ich extrem wichtig.

00:33:19: Und das mache ich tatsächlich erst seit ein, zwei Jahren, dass ich mich da aktiv darüber austausche.

00:33:23: Was nimmst du?

00:33:24: Sag doch mal!

00:33:26: Und dann kann ich spiegeln, ist ganz spannend.

00:33:29: Gemeinsam trinkgeldtopf zwischen Küche- und Service.

00:33:32: Ja... auf die Karte.

00:33:35: Glaubst du, das sollte quasi fair von mit allen geteilt werden?

00:33:38: Ja, find' ich ganz gut.

00:33:40: Weil dann geben alle alles.

00:33:42: Das sehe ich jetzt auch total so, aber ich kann mich noch erinnern das als ich Studentin war und dann mir den allerwertesten aufgerissen habe im Service...

00:33:50: Da war

00:33:50: ich es ungerecht!

00:33:52: ...und hab' mich dann tatsächlich für die Läden entschieden in denen ich mein Trinkgeld bis auf zehn Prozent oder zwanzig Prozent behalten durfte.

00:33:59: Grüße gehen raus ans Enchilade an der Schlachte in Bremen.

00:34:05: Aber jetzt nicht das auch anders also.... Weil Trinkgeld ja am Ende so viel ausmacht.

00:34:09: Ja, voll!

00:34:10: Reduzierung der Menügänge von zwölf zum Beispiel auf fünf damit einfach der acht Stunden Tag besser eingehen werden kann?

00:34:16: Auf die

00:34:16: Karte und vor allem damit man halt nicht vier, fünf Stunden im Restaurant setzt.

00:34:21: also A ist es nicht mehr zeitgemäß auch diese großen Menüs und ich meine du bist ja einfach so voll danach.

00:34:27: Ich bin so ein Fan eigentlich wenn man nach zwei Stunden durch ist Ja?

00:34:31: Ja, zweieinhalb von mir aus im Sterne-Restaurant.

00:34:33: Oder dass man wenigstens wählen kann, dass es ein reduziertes Menü gibt und halt ein längeres, wer jetzt Bock hat, irgendwie acht Stunden ... also acht Stunden nicht, aber halt vier, fünf Stunden im Restaurant zu sitzen.

00:34:43: Ich hab auch das Gefühl, dass der Trend ein bisschen zu den kürzenden Menus geht, obwohl mein Verlobte und ich das schon so machen, dass wir meistens die ersten im Restaurant sind und gerne den Laden abschließen.

00:34:52: Aber das schaffen wir bei Fünfgängen, wir essen ganz langsam!

00:34:55: Wollt grad

00:34:55: sagen... Das ist ja auch schön.

00:34:57: Wie glaubst du, sehen die nächsten fünf Jahre aus?

00:34:59: Welche Rolle spielt Social Media und welche Veränderung kann es wirklich geben.

00:35:03: Social media, glaube ich, wird sich irgendwann so ein bisschen ... wie heißt das da weit?

00:35:09: Sie spräu vom Weizen drin.

00:35:11: Ich bin ganz schlecht mit Sprichwörtern!

00:35:12: Wie

00:35:13: warst du eine Freundin, die sagt immer genau falsch besser den Hamster in der Hand als die Amsel auf dem Dachröhrer?

00:35:19: Carolina!

00:35:21: Das irgendwann Qualität wieder vor Quantität... funktionieren wird, dass die Leute müde werden von dem ganzen Snackabus und diesem ganzen Giscrawler.

00:35:32: Dass ich die Hoffnung habe das in dieser verrückt Welt die Menschen mir zurückgehen, zurückkommen und wieder mehr an diese dritten Orte gehen und essen gehen.

00:35:43: Und da es vielleicht so eine Rückbesinnung gibt, dass diese schnelllebige Welt in der wir leben wieder ein bisschen ruhiger werden kann also zumindest wenn man dann sich mit Freunden in Restaurants trifft.

00:35:54: Und wenn man dann mal konsumiert in Social Media, dass es halt einfach eine Tiefe hat und die Qualitäten, das man von diesen Algorithmen halt auch nicht so drangsaliert wird, dass man halt jeden Tag auch was abliefern muss und jeden Tag an diesem Handy hängen

00:36:08: muss ... Ich schnitte immer schneller und ich als quasi Produzentin von Social Media ... Also es geht ja gar nicht mehr darum, wie möchte ich mein Real gestalten?

00:36:16: Sondern wie kann ich die Hook so machen, dass wenn mich jemand dran bleibt und was kann ich Katastrophales an den Anfang setzen.

00:36:23: Ja genau!

00:36:24: Ich habe über einen Syndrom gelesen und zwar nennt sich das Queen Bee-Syndrom ist eigentlich auch sexistisch weil's ja wieder die weibliche Biene quasi isst.

00:36:34: aber da gehts darum, dass viele Frauen auch früher Wenn Sie den oben Wahn nach unten getreten haben und auch keine Frauen supportet haben, weil sie eben in diesen Strukturen so froh waren an die Spitze gekommen zu sein.

00:36:47: Aber jetzt supporten wir uns!

00:36:50: Ja hoffentlich, also das ist auf jeden Fall da wo es hingehen sollte liegt aber auch daran ich nenne sie immer ein bisschen Steigbügelhalter, die halt die Leiter hoch geklettert sind in diesen patriarchalen Struktulen und sich dann meist noch viel schlimmer verhalten haben als die Männer in den Positionen, weil sie halt dachten.

00:37:11: Sie sind die Einzige und wenn sie nicht sind dann kommt die nächste und ersetzt

00:37:16: mich.".

00:37:16: Ja

00:37:16: genau, weil es einfach keinen

00:37:17: Platz

00:37:17: gibt.

00:37:17: also es gab vielleicht nur diesen einen einzigen Platz für eine Frau, die jetzt Glück hatte?

00:37:21: Und dann dachte man da ist kein Platz für zwei.

00:37:24: aber das stimmt nicht.

00:37:25: wir müssen vielleicht einfach die Ellenbogen mal ein bisschen ausfahren und die Männer wegdrücken und einfach noch mehr Platz machen oben.

00:37:31: Ich sag immer der Tisch ist groß genug wir müssen uns da halt nur einmal zusammen hinsetzen und ja weiter rudern gemeinsam.

00:37:38: Apropos Martha Stewart, sie war ja eigentlich schon vor Jahrzehnten Fernsehköchen.

00:37:43: Keine gelernte Köchin in Amerika!

00:37:46: Hast du das Gefühl dass es im Ausland generell besser aussieht mit diesen Strukturen?

00:37:49: Global gesehen auf gar keinen Fall.

00:37:52: also diese Strukture haben wir überall.

00:37:54: ich war aber Anfang des Jahres für mehrere Monate in Asien unterwegs vor allem in Thailand und habe da auch viel mit den Gastronomenen vor Ort gesprochen.

00:38:01: wie Sie das sehen Da ist, glaub ich die Perspektive einfach auch so ein bisschen ne andere in der Form.

00:38:06: Dass sie sagen, sie haben wahnsinnig viel Family-Support.

00:38:09: also wenn da eine Köchin und ein Beispiel ist Chef Pam hat den Bankkorken wunderschönes Sternerestaurant das Potong Und mit ihr habe ich viel darüber gesprochen Sie sagt schon dass sich immer mehr beweisen musste auch in den Küchen aber gleichzeitig wahnsinn nicht viel Respekt bekommen hat.

00:38:25: und als sie Mutter wurde Ist ihr Mann einfach hat dann die Kehrarbeit mehr übernommen.

00:38:32: Und ohne ihn hätte sie das nicht machen können, gleichzeitig wenn wir wieder an andere asiatische Länder gucken wie Japan und Südkorea wo die Gesellschaft eigentlich sowieso ging geprägt ist da gibt es Beispiele dass zum Beispiel Frauen keine Sushi-Meisterin werden dürfen weil wenn Sie ihre Tage haben wird der Fisch schlecht was halt unfassbar ist wenn man darüber nachdenkt.

00:38:54: ja das ist richtig krass

00:38:57: bisschen traurig, aber da würde ich ja vielleicht ohne Gewährmutter wieder in Frage kommen.

00:39:00: Weil ich bekomme ja mein Tage nicht mehr.

00:39:01: Ja, aber

00:39:02: du bist immer noch eine Frau!

00:39:06: Und ich kenne viele und ich habe eine Köchin die auch Sushi-Meisterin sich nennt, kocht aber in Singapur und die diese Geschichten hat erzählt hat und das auch ein Grund war warum sie dann das Land verlassen hat um halt ihrer Passion nachzugehen und ist da auch wieder ne Pionierin und es sind halt immer wieder die gleichen Geschichten eigentlich.

00:39:25: Die Strukturen sind meistens sehr ähnlich.

00:39:27: Vielleicht sind manchen Länder besser, ein bisschen schlechter.

00:39:31: Und die sich da rauskämpfen und das dann eigentlich so diese beeindruckenden Geschichten, dass sie trotz aller Widerstände einfach in ihrem Herzen folgen... ...und dann meistens erfolgreicher sind als ihre männlichen Kollegen?

00:39:43: Ja ich habe auch bei mir selber manchmal das Gefühl, dass die Leute, was du vorhin gesagt hast, mich eher unterschätzen als überschätzen.

00:39:50: Manchmal wissen die Leute gar nicht, was ich alles mache und dann denke ich manchmal so ist doch eigentlich okay.

00:39:54: Dann eben nicht!

00:39:56: Weißt du, ich lauf unter dem Radar mit und mach so mein Ding.

00:40:00: Vielleicht kommt meine Zeit auch noch die große Zeit.

00:40:02: Bist du dann entspannt oder hast du das Gefühl, du musst dich mehr beweisen?

00:40:07: Oder du musst richtig auf die Kacke erhauen und sagen, hey, schau mal was ich alles kann.

00:40:11: Wenn man selbstständig ist, hat man immer dieses Grundrauschen an, was könnte man besser machen?

00:40:15: Was könnte man optimieren?

00:40:18: So richtig loslassen kann nicht nie!

00:40:19: Aber es treibt mich auch an

00:40:21: Aber auch, dass das ein Ding, weil du eine Frau bist.

00:40:24: Wenn du ein Mann wärst, würdest du mehr denken, ich bin geil und mach' das einfach ein Rock-Dass?

00:40:29: Hundertprozent!

00:40:30: Ja... Und wenn ich ein Mann wäre, dann wär ich vielleicht schon mal kitchen impossible gewesen.

00:40:35: Ich weiß es nicht.

00:40:36: Also ich bin immer damit aufgewachsen.

00:40:40: Du musst nicht eins sein, sondern zwei, drei, vier, fünf Sachen gleichzeitig.

00:40:43: Das mache ich ja jetzt auch.

00:40:45: Fünf Businesses

00:40:46: gleichzeitig.

00:40:47: Was machst du denn alles?

00:40:48: Ja,

00:40:49: das bist du doch.

00:40:50: Erzähl mal für alle da draußen!

00:40:52: Ich mache ein Podcast und koche im Fernsehen.

00:40:56: Über nächste Woche wieder am Frühstücks-Fernsehen.

00:40:58: Dann bin ich Kulinarischer Beraterin – das mach' ich eigentlich richtig gerne ne?

00:41:02: Also ich hab mein Restaurant Nixhotel hier in Berlin, Kulinerische Beraterinnen für EIDA.

00:41:08: Dreißig Setage im Jahr macht mir so viel Spaß.

00:41:11: Social Media macht's viel aus.

00:41:12: Eventköchen, Moderatoren... Und jetzt auch bald Laudatoren für Chefin

00:41:17: Watch.

00:41:18: Da kannst du dich hinstellen und sagen, hey guckt mich an wie geil ich bin was ich ja alles mache?

00:41:24: Ich glaub es muss die noch in meiner Therapeutin absprechen.

00:41:27: Wo ich tatsächlich auch schon mir Hilfe geholt hab.

00:41:29: also ich hatte auch schon eine Coaching aber da ging's eben gar nicht so darum ums moderieren an sich sondern einfach um dieses Selbstbewusstsein.

00:41:36: Also einfach mal sieht immer gesagt gehe als Bär auf die Bühne!

00:41:41: Du bist ein großer schwerer Bär Ein Konfetti-Bär, weil ich ja auch so bunt bin.

00:41:48: Ich bin dann immer als Konfettibär aufgetreten und es hilft dabei nicht in die Kopfstimme zu verfallen sondern als Bär zu sprechen.

00:41:57: Das ist ein schönes Bild.

00:41:59: Ja, ich sag das oft wenn ich mit Köchen entspreche, die sagen ach sie wollen gar nicht sichtbar sein, ach sie wollten gar nicht laut sein.

00:42:06: bei Social Media machen schon die ganzen anderen Köche und gleichzeitig sagen sie aber ein paar mehr Gäste könnten schon kommen.

00:42:15: Und ich finde schon, und das ist natürlich auch unsere Sozialisierung wieder.

00:42:18: Dass man den Frauen hin- und wieder so einen Tritt in den Hintern geben muss um ihnen zu sagen ... Ja?

00:42:26: Natürlich kommt es immer mit vielen Konflikten einher.

00:42:31: Ich glaube auch viel im Poster sind oben, dass man denkt wie soll ich mich da jetzt hinstellen und sagen hey guck mal was sich alles gemacht hat!

00:42:38: Man kann das ja auf eine charmante Art und Weise machen find' ich dass man eben nicht unter dem Radar schwimmt.

00:42:46: Dass man halt diese Sichtbarkeit kriegt auch von sich selber heraus, dass man socialmedia-mäßig vielleicht mal in die Kamera spricht und sagt es muss ja ... Es muss ja nicht laut sein!

00:42:57: Und heute kommt er... Ich hab den dicksten Kaisergranat.

00:43:02: und schau mal, das ist immer so ein Kaisergranatschwanzvergleich Und das hat man ganz oft in diesen männlich geprägten Küchen und vor allem auch wenn es dann in die Sterne Gastronomie kommt, mich langweilen fast schon Menüs von Männern.

00:43:17: Also ich habe manchmal das Gefühl, hab' ich schon gesehen?

00:43:19: Hab' ich ja schon gesehen!

00:43:20: Und vor allem dieser Kaisergranat also den hast du ja... Querbeet, und das ist wirklich so wer hat den dicksten?

00:43:25: Wer hat den längsten.

00:43:26: Und der ist wieder sauteuer!

00:43:28: Der kommt dann von sonst wo... Ich denke mir so warum habt ihr das nötig?

00:43:31: Ihr seid so gute Köche.

00:43:33: Ihr braucht doch gar nicht.

00:43:33: Also überrascht mich doch ... Das sehe ich an den Sterne-Köchen einen ganz viel.

00:43:38: Ja

00:43:38: Tiva.

00:43:38: Die mich

00:43:39: überraschen mit einer Zwiebeln.

00:43:43: Das einfachste Produkt, das du überall kriegst und du machst aus einer Zwiebel ein so geiles Gericht.

00:43:49: Und da kann halt der Kaisergranat abstinken!

00:43:52: Und das ist glaube ich auch der größte Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Köchen dass sie es nicht nötig haben diesen Schwanzvergleich zu machen sondern dass die halt einfach mehr vielleicht in sich ruhen und sich überlegen okay Wie dreh ich denn diese Zwiebel jetzt einmal so geil auf, dass ich mich dafür feiern kann und das dann auch bei meinen Gästen ankommt?

00:44:13: Also ein

00:44:13: bisschen smart.

00:44:13: Man macht gar nicht bei diesem Schwanzvergleich mit weil hat man ja nicht, braucht man nicht sondern man sucht sich einfach was anderes und kocht dann einfach intelligenter.

00:44:21: Ja, intelligenter kreativer!

00:44:23: Ich meine es ist ja auch erwiesen, dass bei den Frauen die meisten Super-Taster sind also die einfach sehr viel mehr schmecken können als Als Männer, also das ist ja auch nachgewiesen und es ergibt natürlich wahnsinnig Sinn.

00:44:37: Dass dann die Menüs einfach anders schmecken, also abgeschmeckt werden.

00:44:41: Ich hatte meine besten Gerichte bei Frauen in den letzten Monaten.

00:44:47: Da kann ich nochmal sagen ein großes Shout-out an Sarah Hallmann hier bei mir in Neu-Köln wie sie abschmeckt.

00:44:52: Es ist der absolute Wahnsinn!

00:44:55: Und das ist aber nicht so dass ich denke sie kocht weiblich, sie kochte einfach richtig geil und tief... Mami und so spannend.

00:45:02: Also da ist jeder Löffelsoße einfach für so ein kleiner Schauer, aber im schönen ... Absolut!

00:45:09: Und es dabei so Handel.

00:45:11: Ja?

00:45:11: – Ja.

00:45:12: Ähm... Und auch letztens bei Clara Hunger gegessen, dieses Spiel zwischen Süße und Schärfe und die schmeckt so richtig sauer auch ab.

00:45:21: Ich liebe das ja total, weil das so richtig auf die zwölf ist.

00:45:24: Sie serviert das unaufgeregt und dann isst du das in der Achse so geiss.

00:45:27: was hab ich noch nie gegessen

00:45:28: ne?!

00:45:29: Hunger aber nur ein Tanktopf.

00:45:31: Da trägt ihr nur einen Tanktopp dabei, ne?

00:45:33: Sammer!

00:45:34: Ich hab mir ihre Kommentare durchgelesen bei der Küchenschlacht als sie das erste Mal da aufgetreten ist wie die Leute sich eschuffiert haben darüber dass sie eben so kocht und nicht in einer Kochjacke und das könne man nicht machen und dann hätte sie keinen BH an.

00:45:46: wo ich's denke habt ihr keine anderen Probleme.

00:45:48: Ja, deshalb wäre diese Objektifizierung und halt alles nur auf die Optik zu beziehen.

00:45:52: Das war auch bei ihrer Kitchen Impossible Folge da.

00:45:54: Sie hat gewonnen, sie hat megagut abgeliefert.

00:45:57: Super gekocht und

00:45:57: es ging nur um

00:45:58: dieses Scheiß Tanktop.

00:46:00: Aber ich glaube ...

00:46:01: Sie sieht das trotzdem durch?

00:46:03: Sie sieht es durch und sie ist eine wahnsinnige warme superintelligente Frau.

00:46:10: die wird schon ihren Weg machen.

00:46:11: Die bleibt sich treu!

00:46:13: Ja, wir wollten uns auch schon ganz lange mal auf den Kaffee treffen.

00:46:15: Liebe Klare, wenn du das jetzt hörst... Schreibt mir doch bitte nochmal, wir ziehen es jetzt mal durch und treffen uns mal.

00:46:19: Die wohnt glaube ich auch hier in der Nähe sogar also in Berlin.

00:46:22: Ich glaub

00:46:23: die pendelt ja immer zwischen Hamburg im Bett.

00:46:25: Du hast auch viel Support zu Hause.

00:46:27: oder hast du da so einen kleinen feministischen Mann sitzen?

00:46:30: Ich habe, wie du ein feministischem Mann sitzt.

00:46:36: Der mich wahnsinnig supportet und wir haben auch eine kleine Tochter.

00:46:41: Wir teilen uns die Kehrarbeit zu FIFTY-FIFTY auf Und das macht natürlich alles erst möglich was ich beruflich mache und gleichzeitig ... Da ziehen wir unsere Tochter halt auch so, immer ihre Meinung zu sagen.

00:46:56: Respekt vor, natürlich dabei zu bleiben und ... Wir versuchen sie eben nicht einzuschränken nur ihres Geschlechtes.

00:47:05: Und die liebt Pferde genauso wie sie Fußball liebt und Ligo liebt.

00:47:08: Und Polizei-Bote.

00:47:12: Und wir fördern das auch extrem!

00:47:13: Du gehst ja wahrscheinlich super für Essen.

00:47:15: Gehst du auf Veranstaltung?

00:47:16: Kochst du Hause?

00:47:17: Sehr viel jeden Tag.

00:47:19: Hausagestern.

00:47:20: Gestern gab's mich Pizza, hab ich gehört.

00:47:23: Was ist du ... wenn keiner guckt?

00:47:28: So mein guilty pleasure, meinst

00:47:29: du.

00:47:30: Eigentlich war hauptsächlich Pasta in jeglicher Form.

00:47:34: Carbonara und eine Kaccioepipe.

00:47:37: Die ganzen römischen Klassiker tatsächlich, Rauf- und Runter.

00:47:40: Aber

00:47:41: gibt es nicht irgendwas, was dir der an einer Tanke holt, mal ne Boccy oder

00:47:43: so?

00:47:43: Nee, das kann ich nicht mehr.

00:47:45: Also ich kann auch nicht mehr in diese Fastfood-Läden gehen, also die Bekannten.

00:47:51: Das habe ich in meinen zwanzig Jahren gemacht und seitdem gefühlt nie wieder.

00:47:54: Ich war glaube das letzte Mal in einer dieser großen Ketten vor fünfzehn Jahren oder so... Und es geht mir auch beim Einkaufen!

00:48:01: Vielleicht Gummibärchen?

00:48:01: Das ist vielleicht ein bisschen mein guilty pleasure, saurer Gummimärchen.

00:48:05: Okay, ich hab' mir letztens auf der Autobahn einen McFlurry mit Hanuta gekauft glaub ich Hänke.

00:48:11: Hab ich nicht geschafft?

00:48:12: Ist viel!

00:48:13: Riesige Portionen, keine Ahnung wie Leute so ein ganzes Ding essen, Gehirnfrost und äh...

00:48:17: Ich find geil so'n Lieber-Käse-Sammel.

00:48:18: wenn ich komme aus Bayern, dann bin da immer ein Lieberkässammel

00:48:22: Und nächstes Mal, wenn du kommst gibts Lieberkäse-Sammel.

00:48:24: Denise, ich hab mich sehr gefreut.

00:48:26: Ich mag dich sehr.

00:48:27: Ähm, ich hoffe dass wir uns ganz bald wiedersehen

00:48:30: auf jeden Fall.

00:48:30: Ich komm an Hamburg.

00:48:31: Sehr gut.

00:48:31: Bei den Chefin Awards.

00:48:32: Meine Chefin-Awards genau.

00:48:34: Und alle mal ihr schön reinfolgen, Chefin auf Instagram und ja Danke, dass Du da warst.

00:48:39: Danke das ich da sein durfte Ciao!

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